Bericht zur Nazidemo in Homburg/Saar

Bericht der Antifa Saar:

Polizei setzt Naziaufmarsch in Homburg durch

Am Morgen des 29. Mai 2010 zogen 55 Nazis unter dem Motto „Für Demokratie und Meinungsfreiheit“ durch Homburg / Saar. Die Demonstration wurde von 350 GegendemonstrantenInnen lautstark begleitet und gestört.
Antifa Saar widerspricht Polizeidarstellung von keinen Verletzten.

Die TeilnehmerInnen der vom „Nationalen Widerstand Zweibrücken“ organisierten Demonstration kamen aus Saarbrücken, Trier, der Westpfalz und Zweibrücken. Trotz kurzer Vorlaufzeit versammelten sich 350 GegendemonstrantInnen in Homburg, um ihren Protest gegen die Nazis zu äußern und um die Demonstration zu verhindern. Letzteres gelang auf Grund des rigiden Vorgehens der Polizei jedoch nicht.

Die Polizei tat sich besonders durch ständiges und gezieltes Abfilmen und Abfotografieren einzelner GegendemonstrantInnen hervor sowie durch aggressives und gewalttätiges Auftreten gegen diese.
Besonders die „Beweissicherungs- und Festnahme Einheit“ – kurz BFE, aus dem Baden-Württembergischen Göpingen, ging immer wieder mit Gewalt gegen Protestierende vor. So wurden, entgegen der Darstellung der Polizei, mehrere GegendemonstrantInen, zum Teil Minderjährige, durch Schlagstockschläge im Gesicht verletzt.

Alexander Breser, stellvertretender Pressesprecher der Antifa Saar hierzu:

„Der Polizei ist es nur erlaubt, so genannte Flächen- oder Übersichtaufnahmen der GegendemonstrantInnen anzufertigen – falls eine akute Gefahr droht. In Homburg hielt sich die Polizei jedoch wie so oft nicht daran. Es wurden von der Polizei gezielte Portraitaufnahmen einzelner GegendemonstrantInnen angefertigt und es wurde versucht, diese durch ständige Videoüberwachung zu provozieren und einzuschüchtern. Zudem muss sich die Regierung und die Gewerkschaft der Polizei nicht über fehlenden Respekt vor PolizistInnen wundern, wenn die ersten Begegnungen junger Menschen mit eben jenen durch vermummte, aggressiv auftretende und prügelnde PolizistInnen geprägt wird.
Auch die Unkenntlichkeit von PolizistInnen, sowohl durch Maskierung als auch durch erst gar nicht vorhandene Dienstnummern auf der Uniform sehen wir als Problem. So hat überzogenes Verhalten für den jeweiligen Polizisten oder die jeweilige Polizistin fast nie ein juristisches Nachspiel.“

Alles in allem stuft die Antifa Saar / Projekt AK die Gegenproteste dennoch als erfolgreich ein. Trotz kurzer Mobilisierungszeit beteiligten sich eine große Anzahl Menschen an den Gegenprotesten. Der Naziaufmarsch konnte durchgängig lautstark begleitet und teilweise behindert werden.


1 Antwort auf „Bericht zur Nazidemo in Homburg/Saar“


  1. 1 Homburg (Saar) - Blog - 26 Jun 2010 Pingback am 01. Juli 2010 um 11:25 Uhr
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